Perspektive

5 Jahre Corona-Pandemie: Die Reaktion der World Socialist Web Site

Wir weisen unsere Leser auf die Timeline hin, die diese Erklärung begleitet. Sie würdigt die umfassende und internationale Berichterstattung der World Socialist Web Site im Rückblick auf fünf Jahre seit Ausbruch der Corona-Pandemie. Beteilige dich am Kampf für ein sozialistisches öffentliches Gesundheitsprogramm und registriere dich über das Formular am Ende dieses Artikels!

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Fünf Jahre sind vergangen, seit die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Covid-19 am 11. März 2020 zur globalen Pandemie erklärt hat. Seitdem breitet sich die Krankheit weltweit aus und verursacht weiterhin immenses Leid und immer weitere Todesfälle. Weltweit sind bislang etwa 30 Millionen Menschen an Covid-19 und seinen unzähligen gesundheitlichen Folgen gestorben, und Hunderte Millionen weitere leiden heute an Long Covid. Diese Katastrophe war nicht unvermeidlich. Sie ist das Ergebnis bewusster politischer Entscheidungen vonseiten kapitalistischer Regierungen, die Profite über Menschenleben stellten – eine Form des sozialen Mordes in großem Maßstab.

Seit den ersten Tagen der Pandemie warnte das Internationale Komitee der Vierten Internationale (IKVI), das die World Socialist Web Site (WSWS) veröffentlicht, dass Covid-19 ohne eine sofortige und koordinierte globale Reaktion eine verheerende Zahl an Menschenleben fordern werde. Unsere Berichterstattung und Analyse basierte auf einer sorgfältigen Würdigung der wissenschaftlichen Forschung von Epidemiologen, Virologen und anderen Experten, deren Warnungen von den kapitalistischen Regierungen systematisch ignoriert wurden.

Während all der Jahre hat die WSWS für einen wissenschaftlichen Ansatz zur Beendigung der Pandemie gekämpft. Dieser muss auf der Strategie der globalen Eliminierung basieren, die den universellen Einsatz aller verfügbaren Maßnahmen des öffentlichen Gesundheitswesens zur Unterbrechung der Virusübertragung beinhaltet.

Dieser Artikel zeichnet die Entwicklung unserer Perspektive und unserer programmatischen Reaktion auf die Covid-19-Pandemie von ihren Anfängen bis zur Gegenwart nach. Die beispiellose Bilanz der WSWS zeichnet unwiderlegbar nach, wie die kapitalistische Reaktion auf die Pandemie aussah. Damit wird belegt, dass die überwiegende Mehrheit der durch Covid-19 verursachten Todesfälle und Langzeiterkrankungen hätte verhindert und zig Millionen Menschenleben gerettet werden können, wenn von Anfang an ein sozialistisches Programm im Sinne des öffentlichen Gesundheitswesens verfolgt worden wäre.

Anfängliche Krise, Zero-Covid und „Herdenimmunität“

In den ersten Monaten der Pandemie, von Ende Dezember 2019 bis Anfang April 2020, kristallisierten sich zwei dominante Strategien zur Bekämpfung der Pandemie heraus: Eliminierung und „Herdenimmunität“.

Am 23. Januar 2020 leiteten die chinesischen Behörden angesichts des wachsenden Drucks einer unruhigen Arbeiterklasse die weltweit erste Zero-Covid-Eliminierungspolitik ein, bei der 13 Millionen Menschen in Wuhan den ersten Massen-Lockdown in der Geschichte der Menschheit erlebten. Diese Politik wurde auf die gesamte Provinz Hubei ausgeweitet und mit einem Programm regelmäßiger Massentests, einer rigorosen Kontaktverfolgung, der sicheren Isolierung infizierter Patienten, Reisebeschränkungen und einer allgemeinen Maskenpflicht kombiniert – ein umfassendes Paket von Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit, das die Übertragung des Virus stoppen sollte. 76 Tage später wurde die gesamte chinesische Gesellschaft aus diesem Lockdown entlassen und nahm ihr normales Leben weitgehend wieder auf.

Im staatlichen Auftrag werden Reisende aus Wuhan in die ausgewiesenen Quarantänestationen in Peking eingewiesen, April 2020 [AP Photo/Sam McNeil, File]

Die WSWS erkannte frühzeitig, dass diese Maßnahmen notwendig waren, um das Virus einzudämmen. In einem Artikel vom 24. Januar 2020 berichteten wir erstmals über den Ausbruch und die erste Reaktion in China. In einer Perspektive vom 29. Januar 2020 warnten wir vor den Gefahren des neuen Coronavirus und forderten eine wissenschaftsbasierte Reaktion. In einer Erklärung des IKVI vom 29. Februar 2020 forderten wir „global koordinierte Notfallmaßnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie“ und betonten:

Deshalb muss auch die Lösung global sein. Wissenschaftler auf der ganzen Welt müssen ihre Forschung und Technologie ungehindert austauschen können. Sie dürfen dabei nicht von „nationalen Interessen“ und geopolitischen Konflikten belastet werden, die nur dazu führen, die Entwicklung wirksamer Gegenmaßnahmen zur Eindämmung, Heilung und Ausrottung des Coronavirus zu verzögern. Alle Handelskriegsmaßnahmen und Wirtschaftssanktionen, z. B. gegen den Iran, müssen unverzüglich aufgehoben werden. Keinem Menschen darf aufgrund seiner nationalen oder ethnischen Herkunft die dringend benötigte medizinische Behandlung verweigert werden.

Im Gegensatz dazu verfolgten die Trump-Regierung und andere kapitalistische Regierungen eine Politik der „bösartigen Untätigkeit“, die sich bald verwandelte in eine faschistische Politik der „Herdenimmunität“, d.h. der absichtlichen Masseninfektion, die eindeutig auf eugenischen und malthusianischen Vorstellungen beruhte. Wie später bekannt wurde, war die Trump-Regierung bereits im Januar 2020 über die immensen Gefahren von Covid-19 informiert, täuschte die Öffentlichkeit jedoch systematisch über die Gefahren der Krankheit, sodass sich das Coronavirus unbemerkt ausbreiten konnte.

Den ganzen Januar über, als sich die Krankheit weltweit ausbreitete, wurden in den Vereinigten Staaten keine Tests durchgeführt, obwohl Covid-19-Tests in China bereits verfügbar und weit verbreitet waren. Im Laufe des Februars stieg die Zahl der Fälle weiter an, und im März waren die Krankenhäuser und Leichenhallen bis an ihre Kapazitätsgrenzen ausgelastet. Die Arbeiter begannen, spontane Streiks in Fabriken im Mittleren Westen der USA zu organisieren, was zur Schließung von Betrieben und Schulen führte.

Fast sofort begannen Teile der herrschenden Elite und ihre willfährigen Medien, eine sofortige Wiederöffnung zu fordern. Am 22. März 2020 veröffentlichte die New York Times einen Gastkommentar von Thomas Friedman, der das neue Mantra für die Kampagne „Zurück an die Arbeit“ prägte: „Die Therapie darf nicht schlimmer sein als die Krankheit.“ Diese Kampagne gewann in den USA bald an Fahrt, nachdem das CARES-Gesetz verabschiedet war. Mit diesem Gesetzespaket wurden Billionen Dollar in die Taschen der Reichen und Vermögenden umgeleitet, während täglich Tausende Arbeiter und Rentnern starben.

Ähnliche Maßnahmen wurden in ganz Europa umgesetzt. Im Vereinigten Königreich setzte sich Boris Johnson zunächst für die „Herdenimmunität“ ein, bevor er gezwungen war, eine nationale Ausgangssperre zu verhängen. In Schweden leistete die Regierung Pionierarbeit bei der Politik der absichtlichen Masseninfektion, indem sie Schulen und Restaurants bewusst offen hielt – eine Politik, die sie schließlich in die ganze Welt exportierte. In Brasilien tat der rechtsextreme Präsident Jair Bolsonaro Covid-19 als „kleine Grippe“ ab, während das Virus die Arbeiterviertel des Landes heimsuchte.

Die theoretische Analyse dieser Entwicklungen durch das IKVI basierte auf einem marxistischen Verständnis von Staat und Klassenverhältnissen. In einer Perspektive vom 18. März 2020 erklärten wir:

Die unvereinbaren Interessen zweier Klassen stehen sich gegenüber. Für die Kapitalisten geht es darum, ihre Profitinteressen zu sichern und dafür zu sorgen, dass ihr Eigentum und ihr Reichtum unangetastet bleiben. Es dürfen aus ihrer Sicht keine Maßnahmen ergriffen werden, die ihre Interessen beeinträchtigen. Die Arbeiterklasse kümmert sich um die Interessen der breiten Masse der Menschheit, wobei sie nicht von privatem Profit, sondern von sozialer Notwendigkeit ausgeht.

Diese Analyse sollte sich während der gesamten Pandemie immer wieder bestätigen.

Die Kampagne „Zurück an die Arbeit“: Die Wall Street feiert den Tod

Überall dort, wo nicht die Ausrottung des Virus angestrebt wurde, war jede Maßnahme der herrschenden Klasse von Beginn der Pandemie an von den Interessen der Aktien- und Finanzmärkte diktiert. Nachdem sie keine Maßnahmen zum Schutz des Lebens der Bevölkerung ergriffen hatte, organisierte die Trump-Regierung mit Unterstützung des gesamten politischen Establishments die größte staatliche Rettungsaktion für die Reichen in der Geschichte.

US-Präsident Donald Trump spricht auf einer Pressekonferenz über das Coronavirus im Rosengarten vor dem Weißen Haus, 13. März 2020 (AP Photo/Evan Vucci)

In seiner Eröffnungsrede zur Internationalen Online-Maikundgebung der WSWS im Jahr 2020 bezeichnete David North, Chefredakteur der WSWS, die Pandemie als „Auslöser welthistorischer Veränderungen“. Die Pandemie ist demnach ein „historisches Ereignis, das den wirtschaftlichen, politischen, sozialen und moralischen Bankrott der kapitalistischen Gesellschaft offenbart“ und die unüberbrückbare Kluft zeigt „zwischen den Oligarchen an der Spitze der Konzerne und Finanzunternehmen, die die Politik der kapitalistischen Regierungen bestimmen, und den Bedürfnissen und Interessen der Arbeiterklasse“.

North erklärte die zugrunde liegenden wirtschaftlichen Kräfte, die die damals in vollem Gange befindliche Kampagne „Zurück an die Arbeit“ antrieben:

In der neuen Version der quantitativen Lockerung erhöhte die US-Notenbank die Mittel für diese Ankäufe auf 80 Milliarden Dollar pro Tag.

Um diese enorme Kreditausweitung der Notenbank zu decken, muss die Ausbeutung der Arbeiterklasse extrem gesteigert werden. Und eben dieser Notwendigkeit entsprang die von den Medien angestoßene Kampagne für die Wiedereröffnung der Betriebe, und sei es unter Lebensgefahr für die Arbeiter.

Das Aushändigen von Billionen Dollar an die herrschende Elite ruft nicht nur Abscheu und Wut hervor. Sie untergräbt auch das gesamte wirtschaftliche und ideologische Fundament, auf dem die Legitimität des kapitalistischen Systems beruht. Der Kapitalist, so heißt es, stellt sein Kapital zur Verfügung und nimmt das unternehmerische Risiko auf sich. Weder das eine noch das andere ist stichhaltig. Die finanziellen Mittel werden von der Gesellschaft bereitgestellt, und das Risiko wird durch die Aussicht auf unbegrenzte Rettungsaktionen aufgehoben.

Die Kampagne „Zurück an die Arbeit“ breitete sich schnell weltweit aus. Die Forderungen der US-Politik richteten an Arbeiter in den USA und Lateinamerika. In einer am 16. Juli 2020 veröffentlichten Perspektive stellten wir fest:

Jetzt ist die Back-to-Work-Kampagne in den USA in vollem Gange. Covid-19-Ausbrüche haben zahllose Betriebe in Nordamerika in Todesfallen verwandelt, darunter Autofabriken, Fleischindustrie, Landwirtschaftsbetriebe und Lagerhäuser. Während die US-Arbeiter zurück in die Betriebe gezwungen werden, verlangt die Wall Street, dass Lateinamerika die Produktion beschleunigt.

In Europa wurden ähnliche kriminelle Maßnahmen umgesetzt. In Deutschland drängte die Regierung trotz der Warnungen von Wissenschaftlern auf eine Wiederöffnung. In Italien, dem Epizentrum des ersten Ausbruchs in Europa, wurden die Arbeiter gezwungen, wieder in die Fabriken zurückzukehren, was zu neuen Infektionswellen führte.

Als Reaktion darauf gaben die europäischen Sektionen des IKVI – die Sozialistische Gleichheitspartei (Deutschland), die Socialist Equality Party (Vereinigtes Königreich), die Parti de l'égalité socialiste (Frankreich) und die Sosyalist Eşitlik (Türkei) – eine gemeinsame Erklärung heraus mit dem Titel „Für einen Generalstreik! Stoppt die zweite Corona-Welle in Europa!“. In der Erklärung wurde die vorsätzliche Politik der Masseninfektion auf dem gesamten Kontinent aufgedeckt und ein Kampfprogramm für die europäische und internationale Arbeiterklasse skizziert.

Während sie ihre Bevölkerungen zur Rückkehr an den Arbeitsplatz zwangen und die Ausbreitung des Virus begünstigten, erfanden die herrschenden Eliten international die „Legende vom Wuhan Labor“. Damit sollte die Schuld für die Masseninfektionen und Todesfälle, von denen man wusste, dass sie Folge ihrer eigenen kriminellen Politik sein würden, auf China abgewälzt werden.

Mit dieser rechtsextremen Verschwörungstheorie, die ursprünglich von Trumps faschistischem Berater Steve Bannon formuliert wurde, wird fälschlicherweise behauptet, dass chinesische Wissenschaftler, die mit prinzipientreuen Kollegen wie Dr. Peter Daszak zusammenarbeiteten, die Verantwortung dafür trügen, Covid-19 auf die Welt losgelassen zu haben. Zum fünften Jahrestag der Pandemie wird diese gründlich widerlegte Verschwörungstheorie von der New York Times und international erneut aufgegriffen. Diesmal dient sie dem US-amerikanischen und europäischen Imperialismus auch bei ihren Vorbereitungen für einen bevorstehenden Krieg mit China.

Impfstoffnationalismus und Pandemie-Profitgier

Die Entwicklung wirksamer Impfstoffe gegen Covid-19 bis Ende 2020 war ein wissenschaftlicher Triumph. Die Verteilung dieser Impfstoffe offenbarte jedoch die brutale Logik des Kapitalismus und Imperialismus.

Das IKVI setzte sich konsequent für die Abschaffung des Patentschutzes für Covid-19-Impfstoffe und -Behandlungen ein und betonte gleichzeitig, dass die Entwicklung, Produktion und Verteilung von Impfstoffen aus den Händen der Pharmaunternehmen genommen und in öffentliches Eigentum und unter demokratische Kontrolle gestellt werden müssen. Wir deckten auf, dass Pharmaunternehmen wie Pfizer, Moderna und AstraZeneca enorm von der Pandemie profitierten, während Milliarden von Menschen der Zugang zu lebensrettenden Impfstoffen verwehrt wurde.

Die Analyse des Impfnationalismus durch die WSWS basiert auf einem marxistischen Verständnis des globalen kapitalistischen Systems. Wir erklärten, wie die Pandemie die imperialistische Ausbeutung verschärft hatte und wie der Kampf für globale Impfgerechtigkeit untrennbar mit dem Kampf gegen Kapitalismus und Imperialismus verbunden ist.

Die katastrophale Delta-Welle in Indien

Die Folgen des profitorientierten Umgangs mit der Pandemie zeigten sich auf tragische Weise während der katastrophalen Delta-Welle in Indien im März bis Juni 2021. Die von der rechtsextremen indischen Regierung unter Premieminister Modi überwachte Strategie der „Herdenimmunität“ führte innerhalb von nur drei Monaten zu schätzungsweise über 4 Millionen zusätzlichen Todesfällen.

Als sich die Krise zuspitzte, veröffentlichte die WSWS täglich Artikel, welche die schrecklichen Szenen dokumentierten, die sich in ganz Indien abspielten: überlastete Krankenhäuser, fehlende Möglichkeiten der Sauerstoffversorgung von Patienten, Massenverbrennungen der Todesopfer und eine Regierung, die den wahren Stand der Krise absichtlich verschleiert. In einer Perspektive vom 24. April 2021 schrieben wir:

Die Katastrophe in Indien, das muss betont werden, ist eine globale Katastrophe im Angesicht eines Virus, das keine nationalen Grenzen und Pässe kennt. Die Entscheidung der Regierungen der Welt, angeführt von den Vereinigten Staaten und den anderen imperialistischen Mächten, auf jeden Versuch zur systematischen Eindämmung der Pandemie zu verzichten, hat Bedingungen geschaffen, unter denen das Coronavirus mutieren und ansteckendere, potenziell impfstoffresistente Stämme entwickeln konnte. Solange es keine koordinierten globalen, wissenschaftlich fundierten Anstrengungen zur Ausrottung von Covid-19 gibt, die auf dem Schutz von Menschenleben und nicht auf kapitalistischem Profitstreben basieren, wird dieser Prozess weitergehen. Die Funken des aktuellen pandemischen Flächenbrands in Indien werden Brände auf der ganzen Welt verursachen. In der Tat wurden bereits Infektionen mit der indischen Doppelmutante in Nordamerika, Europa und dem Nahen Osten gemeldet.

Familienmitglieder beten bei der Verbrennung eines Corona-Toten vor einem Krematorium in Srinagar, 25. Mai 2021 (AP Photo/Dar Yasin)

Die Delta-Welle in Indien hat auch die Probleme des Impfnationalismus und der Pandemie-Profitgier deutlich gemacht. Während wohlhabende Länder Impfstoffe horteten, blieben Indien und andere Entwicklungsländer unterversorgt.

Das IKVI führt den Kampf für die globale Eliminierung des Virus an

Seit Beginn der Pandemie hat sich das IKVI für eine Strategie der globalen Ausrottung des Virus eingesetzt. Diese beruht auf der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass Covid-19 auf einen menschlichen Wirt angewiesen ist, um sich zu verbreiten, und dass es nur durch die Unterbrechung aller Übertragungswege unterdrückt werden kann.

In einer am 22. August 2021 erschienenen Perspektive argumentiert die WSWS:

Daher ist die einzig tragbare Strategie die Ausrottung des Virus, die auf den Empfehlungen von führenden Epidemiologen, Virologen und anderen Wissenschaftlern während der gesamten Pandemie beruht. Die Ausrottung erfordert den Einsatz aller Waffen im Arsenal der Corona-Maßnahmen, die auf globaler Ebene koordiniert werden müssen, um das Virus ein für alle Mal auszulöschen.

In dieser kritischen Stellungnahme werden auch die verschiedenen „Eindämmungsprogramme“ kritisiert, die damals in unterschiedlichen Ländern durchgeführt wurden. Sie wurden definiert als „eine amorphe Sammlung von Maßnahmen, die versuchen, zwischen den Realitäten des Virus und den finanziellen Interessen der herrschenden Eliten zu vermitteln“, und es wurde festgestellt, dass dies auf „die Epidemiologie des goldenen Mittelwegs“ hinauslaufe.

In der Stellungnahme heißt es:

Mitigation ist für die Epidemiologie das, was der Reformismus für die kapitalistische Politik ist. So wie der Reformist die Hoffnung hegt, dass allmähliche und stückweise Reformen im Laufe der Zeit die Übel des Profitsystems lindern und verringern werden, nähren die Vertreter der Mitigation die Illusion, dass Covid-19 sich schließlich zu einer einfachen Krankheit entwickeln wird, die nicht schlimmer als eine Erkältung ist. Doch das ist ein Wunschtraum, der nichts mit der Wissenschaft zu tun hat.

In Wirklichkeit wird das Virus, solange es sich ausbreitet, weiter zu neuen, infektiöseren, tödlichen und impfstoffresistenten Varianten mutieren, die die gesamte Menschheit bedrohen. Wenn das Virus nicht weltweit ausgerottet wird, kann die Glut von Covid-19 weiter brennen und die Voraussetzungen für ein erneutes Aufflammen des Virus schaffen.

Die Ausrottung des Virus zu befürworten, wie es die WSWS tut, basiert nicht auf utopischem Denken sondern auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, dass dieser Ansatz erfolgreich sein könnte. Die Eliminierungsstrategie erwies sich in China, einer Massengesellschaft mit über 1,4 Milliarden Menschen, sowie in Kanada, Neuseeland, Singapur und in einer Reihe anderer Länder im asiatisch-pazifischen Raum als äußerst wirksam. Diese Erfolge wurden im März und April 2020 und danach erzielt, also lange vor der Entwicklung von Impfstoffen. Nach der Eliminierung von Covid-19 gelang es diesen Ländern, wiederholte Ausbrüche der Delta-Variante und anderer durch internationale Reisende eingeschleppter Varianten erfolgreich zu bekämpfen.

Einige Teilnehmende des Online-Austausch am 24. Oktober 2021

Unser wissenschaftlicher Ansatz wurde weiterentwickelt durch das Webinar „Wie die Pandemie beendet werden kann“ vom 24. Oktober 2021, bei dem führende Wissenschaftler und die WSWS zusammenkamen, um die Eliminierungsstrategie zu diskutieren. Darauf folgten die globalen Ermittlungen zur Covid-19-Pandemie durch die Arbeiterklasse, die am 22. November 2021 eingeleitet wurde, um die kriminelle Politik aufzudecken, die zu Millionen vermeidbarer Todesfälle führte.

Die Global Workers' Inquest war eine bahnbrechende Initiative, welche die Verbrechen der herrschenden Klasse während der Pandemie dokumentierte. Sie sammelte Zeugenaussagen von Arbeitern, Wissenschaftlern und medizinischen Fachkräften, trug Beweise für die Fahrlässigkeit der Regierung und das Fehlverhalten von Unternehmen zusammen und deckte auf, wie die Politik vorsätzliche den massenhaften Tod von Menschen in Kauf nahm. Wir kündigten die Ermittlungen so an:

Diese Ermittlung ist notwendig, um die Vertuschung, die Fälschungen und die Fehlinformationen zu durchbrechen, mit denen eine Politik rechtfertigt wird, die dazu geführt hat, dass seit der ersten Entdeckung von SARS-CoV-2 Millionen Menschen unnötig gestorben sind.

Biden-Regierung ist Vorreiter bei der „Leben mit Covid“-Politik

Im Verlauf der Pandemie ließen kapitalistische Regierungen zunehmend selbst den Anschein fallen, das Virus kontrollieren zu wollen. Stattdessen starteten sie eine massive Propagandakampagne, um Masseninfektionen und Todesfälle zu normalisieren.

In der Einleitung zu Band 1 von „Covid, Kapitalismus und Klassenkampf: Eine soziale und politische Chronologie der Pandemie“, veröffentlicht am 20. September 2022, schrieben wir:

Die Propagandakampagne hat auf das Bewusstsein der Massen tiefgreifenden Einfluss genommen und hunderte Millionen Menschen auf der ganzen Welt gegenüber der Pandemie entwaffnet. Die Bevölkerung wurde ermutigt, keine Masken mehr zu tragen und ihre Wachsamkeit gegenüber der anhaltenden Bedrohung durch Covid-19 aufzugeben. Das Mantra dieser Politik – das von Politikern in aller Welt bis zum Überdruss wiederholt wird – lautet, dass die Gesellschaft »lernen muss, mit dem Virus zu leben«. Dieser billige Slogan zielt in Wirklichkeit darauf ab, das fortwährende massenhafte Sterben und Leiden zu normalisieren.

Die Biden-Regierung verfolgte diesen Ansatz weiter, was schließlich in einer Politik des „Leben mit Covid“ gipfelte, die bis heute anhält. In einem Artikel vom 26. Juli 2022 stellten wir fest:

Die amerikanische Bevölkerung hat nicht „gelernt, mit Covid zu leben“, sie wurde dazu gezwungen. Sie wurde belogen, denn sie wählte einen Präsidenten, der behauptete, „der Wissenschaft zu folgen“, aber in Wirklichkeit dem Geld folgte. Die zur Bekämpfung der Pandemie erforderlichen Maßnahmen stehen in völligem Widerspruch zu den Profitinteressen der Finanzelite, sodass die öffentliche Gesundheit dem privaten Reichtum geopfert wird.

Die Aufgabe von Maßnahmen im Bereich des öffentlichen Gesundheitswesens beschleunigte sich im Jahr 2023 und gipfelte in der Beendigung des Covid-19-Ausnahmezustands im Bereich der öffentlichen Gesundheit von internationaler Bedeutung (PHEIC) durch die WHO am 5. Mai 2023. Damit bestätigte die weltweit führende Gesundheitsbehörde die allgemeine Behauptung, dass „die Pandemie vorbei ist“.

Die Aufhebung aller Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit zur Eindämmung einer Ausbreitung von Covid-19 fiel zusammen mit einer zunehmenden Attacke auf die Wissenschaft und der Normalisierung eugenischer Vorstellungen in der gesamten herrschenden Klasse. In der Neujahrserklärung 2024 der internationalen Redaktion der WSWS wurde dieser Prozess wie folgt zusammengefasst:

Die allgemeine Akzeptanz von „Leben mit Covid“ hat in allen Teilen der herrschenden Klasse ein Wiederaufleben eugenischer Vorstellungen erforderlich gemacht. Um die ständigen Wellen von Masseninfektionen, Schwächung und Tod zu rechtfertigen, muss die offizielle Gesellschaft die Alten und Schwächsten als wertlos abstempeln. (...)

Der Kampf gegen die Pandemie wurde durch unablässige Angriffe auf die wissenschaftliche Gemeinschaft untergraben, darunter auch physischer Drohungen gegen das Leben von Wissenschaftlern wie Peter Hotez. Dieser Kampagne hat sich auch die Demokratische Partei angepasst. Gleichzeitig befindet sich das öffentliche Bildungswesen nach jahrzehntelangen Haushaltskürzungen im freien Fall, was sich nun noch verschärft, da alle zusätzlichen Mittel versiegen, die es im Rahmen der Pandemiebekämpfung auch für die Bildungseinrichtungen gab. Eine herrschende Klasse, die in Richtung Faschismus und Atomkrieg schlittert, ist bereit, jede fortschrittliche Entwicklung seit der Aufklärung, einschließlich aller Grundprinzipien der öffentlichen Gesundheitsfürsorge, preiszugeben.

Ein entscheidender Aspekt der Propagandakampagne „Leben mit Covid“ war die absichtliche Verharmlosung von Long Covid, dem Komplex von Erschöpfungssymptomen, die noch Monate oder Jahre nach der Infektion anhalten können.

Einige der häufigsten Symptome von Long Covid

Die WSWS hat sich konsequent für die Anerkennung von Long Covid als massiv beeinträchtigendes Ereignis eingesetzt, das eine umfassende Reaktion des öffentlichen Gesundheitswesens erfordert. In einem Artikel vom 26. Oktober 2020 gehörten wir zu den ersten, die systematisch über „Covid-Langzeitpatienten“ und die sich abzeichnenden Beweise für die Auswirkungen von Long Covid auf Kinder berichteten. Wir haben uns für eine Ausweitung der Forschung, medizinische Unterstützung und wirtschaftliche Hilfe für Long-Covid-Betroffene eingesetzt und gleichzeitig aufgedeckt, wie der Drang des Kapitalismus, die Pandemie zu „normalisieren“, dazu geführt hat, dass weltweit zig Millionen Menschen isoliert leiden müssen.

Die katastrophale Aufhebung von Zero-Covid in China

Die Analyse des IKVI zur chinesischen Zero-Covid-Politik und ihrer Aufgabe im November 2022 basierte auf einem prinzipientreuen trotzkistischen Verständnis, dass der chinesische Staat einen bürgerlichen Klassencharakter ausweist und der „Sozialismus chinesischer Prägung“ von Widersprüchen geprägt ist.

Die WSWS ist die einzige sozialistische Publikation weltweit, welche die Zero-Covid-Politik Chinas kontinuierlich unterstützt und sich für ihre weltweite Ausweitung eingesetzt hat. Die im Dezember 2021 veröffentlichte Untersuchung „Zero-Covid-Politik in China: Missverstanden und falsch dargestellt“ ist eine detaillierte wissenschaftliche Analyse des chinesischen Ansatzes und erklärte, wie es China gelungen war, das Virus einzudämmen, während die kapitalistischen Länder eine unkontrollierte Ausbreitung des Coronavirus zuließen.

In einem am 15. November 2022 veröffentlichten Artikel waren wir die erste Nachrichtenpublikation, die korrekt feststellte, dass China das Ende von Zero-Covid einleitete. Wir lehnten diese veränderte Politik vehement ab und warnten vor den absehbar katastrophalen Folgen.

Patienten erhalten Infusionen in der Notaufnahme eines Krankenhauses in Beijing, 5. Januar 2023 (AP Photo/Andy Wong)

In einer Perspektive vom 17. Dezember 2022 verurteilte die WSWS die kriminelle Rolle, welche die westlichen imperialistischen Mächte und ihre Medien sowie die Kommunistische Partei Chinas bei der Durchsetzung dieser Politik des Massensterbens spielten. Wir betonten:

Nicht die chinesische Bevölkerung hat die Aufhebung von Zero-Covid gefordert, sondern das internationale Finanzkapital und seine Sprachrohre in den westlichen Medien; sie haben sich dafür stark gemacht und alles getan, um die internationale öffentliche Meinung gegen Chinas Gesundheitsmaßnahmen zu vergiften.

In einer zweiteiligen Serie, die im März 2023 veröffentlicht wurde, haben wir aufgedeckt, wie sich pseudolinke politische Tendenzen aus der Mittelschicht international dem Chor angeschlossen haben, der von China die Aufgabe von Zero-Covid fordert.

Dies war eine Fortsetzung und Weiterentwicklung der pseudolinken Unterstützung für die „Herdenimmunität“ während der gesamten Pandemie. Der früheste Hinweis auf diesen zutiefst reaktionären Ansatz war die Veröffentlichung eines beschönigenden Interviews mit Martin Kulldorff, einem der Mitautoren der „Great Barrington Declaration“, im US-Magazin Jacobin im September 2020. Die WSWS hatte diese Erklärung treffend als „Manifest des Todes“ bezeichnet.

Wir lehnten die Aufhebung von Zero-Covid in China ab auf Basis des marxistischen Verständnis, dass in der modernen imperialistischen Epoche alle sozialen und demokratischen Probleme im Grunde nur durch eine sozialistische Weltrevolution gelöst werden können. Wie wir in der Serie über die Unterstützung der Pseudolinken für die Aufhebung von Zero-Covid in China geschrieben haben:

Die Zero-Covid-Strategie für die öffentliche Gesundheit ist an sich nicht einmal eine revolutionäre Politik, wie die Erfahrungen in China, Neuseeland und anderen Ländern zeigen. Wie Leo Trotzki in seiner Darstellung der Theorie der permanenten Revolution deutlich machte, können jedoch in der modernen imperialistischen Epoche alle sozialen und demokratischen Probleme nur durch eine sozialistische Weltrevolution grundlegend gelöst werden.

Die Reaktion der Arbeiterklasse auf die Pandemie und die Intervention des IKVI

Während der gesamten Pandemie haben sich die Gewerkschaftsapparate in jeder Branche und in jedem Land geweigert, Maßnahmen zum Schutz von Leben und Existenzgrundlage der Arbeiter zu ergreifen. Sie haben die mörderische Kampagne „Zurück an die Arbeit“ unterstützt und die unwissenschaftliche „Leben mit Covid“-Propaganda der herrschenden Eliten und ihrer Medien übernommen. Und sie haben nichts unternommen, um die Arbeiter über die anhaltenden Gefahren durch Coronavirus-Infektionen und Long Covid aufzuklären.

Im Gegensatz zu diesen konzernnahen Agenten der Kapitalistenklasse haben die WSWS und das IKVI versucht, die internationale Arbeiterklasse mit einem revolutionären sozialistischen Programm zu bewaffnen, damit die Arbeiter für die öffentliche Gesundheit kämpfen und ihr Leben und ihre sozialen Interessen verteidigen. Eines der frühesten Beispiele dafür ist eine am 16. März 2020 veröffentlichte Erklärung der SEP (US) mit dem Titel „Legt die Autoindustrie still, um die Ausbreitung des Coronavirus aufzuhalten!“. Sie wurde von Tausenden Automobilarbeitern gelesen und trug dazu bei, spontane Streiks in der Metropolregion Detroit auszulösen, die bald darauf die Autoindustrie zum Erliegen brachten.

Eine entscheidende Initiative des IKVI zur Mobilisierung der unabhängigen Stärke der Arbeiterklasse war der Kampf für den Aufbau der Internationalen Arbeiterallianz der Aktionskomitees (IWA-RFC). In der Gründungserklärung der IWA-RFC vom 25. April 2021 wurde die zentrale Bedeutung der Pandemie betont und erklärt:

Die IWA-RFC wird sich dafür einsetzen, einen Rahmen für neue Formen unabhängiger und demokratischer Kampforganisationen von Arbeitern in Fabriken, Schulen und Betrieben auf internationaler Ebene zu schaffen. Die Arbeiterklasse ist bereit zu kämpfen. Aber sie wird von reaktionären bürokratischen Organisationen gefesselt, die jeden Ausdruck von Widerstand unterdrücken.

Die Allianz wird ein Instrument sein, mit dem Arbeiter auf der ganzen Welt Informationen austauschen und einen vereinten Kampf organisieren können, um den Schutz der Beschäftigten, die Schließung unsicherer Betriebe und nicht notwendiger Produktionsstätten und andere Notfallmaßnahmen durchzusetzen, die notwendig sind, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen.

Unsere Partei hat sich direkt in zahlreiche Arbeitskämpfe gegen unsichere Arbeitsbedingungen auf der ganzen Welt eingeschaltet. Im Mai 2020, auf dem Höhepunkt der Kampagne „Back to Work“, veröffentlichten wir eine Erklärung, in der wir zur Bildung von Aktionskomitees in Fabriken und Betrieben aufriefen, um die Übertragung des Covid-19-Virus zu verhindern und Leben zu retten. Dies führte zur Bildung von Aktionskomitees in Autofabriken, Schulen und anderen Betrieben in den USA und international.

Im Bildungssektor spielte die SEP (US) eine führende Rolle bei der Organisierung von Lehrkräften gegen die verbrecherische Wiederöffnung von Schulen – die schon früh als Hauptübertragungsweg für das Virus erkannt wurde – unter Trump und dann unter Biden. Unsere Erklärung vom 8. September 2021, „Schließt alle Schulen in den USA, um Covid-19 auszurotten!“, lieferte eine wissenschaftliche Grundlage für den Widerstand der Lehrkräfte gegen den Präsenzunterricht während der Pandemie. Das erste von der SEP initiierte Aktionskomitee organisierte pädagogische Kräfte in den gesamten USA, um für Distanzunterricht und sichere Unterrichtsbedingungen zu kämpfen, schließlich bildeten sich ein Dutzend lokale oder landesweite Aktionskomitees von Lehrkräften in den USA.

Beschäftigte des Gesundheitswesens in Sri Lanka streiken für bessere Löhne und persönliche Schutzausrüstung, Colombo, 8. Oktober 2021 (AP Photo/Eranga Jayawardena)

In Australien wandte sich die SEP gegen die gefährliche Entscheidung der Regierungen in Bund und Ländern, die teilweise verhängten Ausgangssperren und Grenzschließungen Ende 2021 aufzuheben. Sie forderte die Bildung von Aktionskomitees, um sich der unsicheren Wiederöffnung von Schulen und Arbeitsplätzen zu widersetzen und sich dem weltweiten Kampf zur Ausrottung von Covid-19 anzuschließen.

Im Vereinigten Königreich unterstützte die SEP Lehrkräfte, die sich gegen die Wiederöffnung von Schulen wehrten, und half bei der Gründung des Aktionskomitees für Lehrkräfte in Großbritannien. Ähnliche Komitees wurden in Deutschland, Kanada, Brasilien und auf internationaler Ebene gegründet.

Die SEP hat sich bei ihrem Eingreifen in den Klassenkampf während der Pandemie von einem marxistischen Verständnis leiten lassen, was den objektiv revolutionären Charakter der Arbeiterklasse betrifft. Wie wir in einer Resolution vom 3. August 2020 erklärten:

Die Corona-Pandemie ist ein „auslösendes Ereignis“ der Weltgeschichte, das die bereits weit fortgeschrittene wirtschaftliche, soziale und politische Krise des kapitalistischen Systems beschleunigt. Sie schafft die Voraussetzungen für eine enorme Verschärfung des Klassenkampfs auf internationaler Ebene. Die Arbeiterklasse ist mit einer Krise konfrontiert, deren einzige fortschrittliche Lösung im revolutionären Kampf gegen den Kapitalismus besteht. Dazu müssen die Arbeiter die Staatsmacht erobern, eine demokratische Kontrolle über die Wirtschaft errichten und die Anarchie des Marktes durch wissenschaftliche Planung ersetzen. Das reaktionäre System der Nationalstaaten muss durch eine globale sozialistische Gesellschaft ersetzt werden, die sich soziale Gleichheit und die Abschaffung von Armut und Diskriminierung, eine deutliche Erhöhung des Lebensstandards und des kulturellen Niveaus sowie den Schutz der Umwelt zum Ziel setzt.

Trumps Rückkehr eskaliert den Krieg gegen Wissenschaft und öffentliche Gesundheit

Die Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus hat den Krieg gegen die Wissenschaft und die öffentliche Gesundheit als Kernbestandteil seiner faschistischen Agenda eskalieren lassen. In einer Perspektive vom 24. Januar 2025 schreiben wir: „Der ursprüngliche Architekt der schrecklichen Politik der ‚Herdenimmunität‘ macht jetzt dort weiter, wo er vor vier Jahren aufgehört hat, und eskaliert noch viel weiter.“

Um dieses Vorhaben umzusetzen, hat Trump den berüchtigtsten Impfgegner und Verschwörungstheoretiker der Welt, Robert F. Kennedy Jr., zum Gesundheitsminister ernannt. Zu sagen, dass der Fuchs nun den Hühnerstall bewacht, wäre eine grobe Untertreibung. Bevor er die Leitung der ehemals weltweit führenden Gesundheitsbehörden übernahm, verdiente Kennedy Millionen damit, Klagen gegen Impfstoffhersteller und genau jene Behörden einzureichen, die er jetzt beaufsichtigt. Gleichzeitig verkaufte er Bücher, die Impfskepsis und wissenschaftsfeindliche Vorstellungen vermitteln.

US-Präsident Donald Trump (links) bei der Vereidigung des neuen US-Gesundheitsministers Robert F. Kennedy Jr. durch den Supreme-Court-Richter Neil Gorsuch (Mitte) im Weißen Haus am 13. Februar 2025 [AP Photo/Alex Brandon]

In enger Zusammenarbeit mit dem Milliardär Elon Musk und seiner Abteilung für Regierungseffizienz (DOGE) machen sich Kennedy und Trump daran, die letzten Überreste des öffentlichen Gesundheitswesens in den USA vollständig zu zerstören. Dies wird enorme globale Auswirkungen haben.

Allein in den ersten beiden Monaten hat sich die Trump-Regierung aus der WHO zurückgezogen, allen 13 Behörden innerhalb des Gesundheitsministerium HHS eine beispiellose Nachrichtensperre auferlegt, über 5.000 Mitarbeiter in HHS-Behörden entlassen, Forschung zu revolutionären mRNA-Impfstoffen und -Technologien verboten und die Löschung Tausender Seiten auf den Websites der CDC, NIH, FDA und anderer Behörden erzwungen.

In einem Artikel vom 10. Februar 2025 haben wir festgestellt:

Der Krieg der Trump-Regierung gegen die öffentliche Gesundheit ist eine bewusste Strategie, um ein wissenschaftlich fundiertes Regierungshandeln zu beenden, medizinische Forschung zu unterdrücken und der amerikanischen Gesellschaft und damit auch dem Rest der Welt eine extreme ideologische Agenda aufzuzwingen. Die Unterdrückung der Forschung im Bereich der öffentlichen Gesundheit, die Aushöhlung der wissenschaftlichen Integrität durch rechte Denkfabriken und die Finanzierung ideologischer Publikationen, die sich als akademische Zeitschriften tarnen, deuten alle auf koordinierte Bemühungen hin, das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Wissenschaft zu schwächen.

In der Perspektive vom 9. Februar 2025, „Trumps Angriff auf das Gesundheitswesen und die wachsende Gefahr einer HfN1-Pandemie“, warnen wir davor, dass der Abbau der öffentlichen Gesundheitsinfrastruktur zu einem Zeitpunkt stattfindet, da neue pandemische Bedrohungen auftauchen, und so die Voraussetzungen für noch größere Katastrophen schafft. Die Erfahrungen mit der Covid-19-Pandemie haben mehr als deutlich gemacht, dass die kapitalistischen herrschenden Eliten beim Ausbruch der nächsten Pandemie oder bei der Entwicklung einer weitaus tödlicheren Variante von SARS-CoV-2 keinerlei Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit dulden werden, nicht einmal die begrenzten Ausgangssperren, die die Arbebiter ihnen im März 2020 aufgezwungen hatten, und die weltweit Millionen von Menschenleben gerettet haben.

Schlussfolgerung

Während wir in das sechste Jahr der Pandemie eintreten und neue Bedrohungen wie die Vogelgrippe H5N1 am Horizont auftauchen, bleibt der Kampf des IKVI für einen wissenschaftlichen Ansatz im Bereich der öffentlichen Gesundheit, der auf den Prinzipien der globalen Eliminierung und Ausrottung basiert, so dringend wie eh und je. Dieser Kampf ist untrennbar mit dem umfassenderen Kampf gegen den Kapitalismus und für die sozialistische Umgestaltung der Gesellschaft verbunden.

Die kommenden Schocks der Trump-Regierung im Bereich der öffentlichen Gesundheit werden die amerikanische Gesellschaft weiter destabilisieren und die Radikalisierung der Arbeiterklasse beschleunigen. Das IKVI wird weiterhin für die unabhängige Mobilisierung der Arbeiter auf internationaler Ebene kämpfen, um die Pandemie zu beenden und eine Gesellschaft aufzubauen, in der das menschliche Leben Vorrang vor dem Profit hat.

In der kommenden Zeit werden das IKVI und die WSWS den Kampf für eine global koordinierte Strategie zur Beseitigung von Covid-19 auf der Grundlage der folgenden Prinzipien vertiefen:

1. Für ein sofortiges Ende der „Leben mit Covid“-Politik und die Umsetzung wissenschaftlich fundierter Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit! Dies erfordert die universelle Umsetzung aller erforderlichen Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit, einschließlich Massentests, Kontaktverfolgung, sichere Isolierung infizierter Patienten, das Tragen von Masken und die sichere Installation von HEPA-Filtern und Far-UVC-Strahlern in allen öffentlichen Innenräumen.

2. Für massive Investitionen in die Forschung und Entwicklung von Impfstoffen und Behandlungsmethoden der nächsten Generation! Dies erfordert die Enteignung der Pharmaindustrie und die kostenlose weltweite Verfügbarkeit von Impfstoffen und Behandlungsmethoden.

3. Für die Kontrolle der Arbeiter über die Sicherheit am Arbeitsplatz durch Aktionskomitees und den Aufbau der IWA-RFC! Die Pandemie hat mehr als deutlich gemacht, dass die Gewerkschaftsapparate nichts tun, um unsere sozialen Rechte zu schützen, einschließlich des grundlegendsten Rechts auf Leben selbst.

4. Für eine massive Ausweitung der öffentlichen Bildung, gegen ihre Zerstörung! Wissenschaft und öffentliche Gesundheit können nur durch die Ausbildung der nächsten Generation in voll finanzierten und gut ausgestatteten Bildungsstätten verteidigt und weiterentwickelt werden.

5. Für eine grundlegende Umgestaltung der Gesellschaft auf der Grundlage sozialistischer Prinzipien! Nur so kann sichergestellt werden, dass die öffentliche Gesundheit Vorrang vor privatem Profit hat und die Bedürfnisse aller Menschen erfüllt werden.

Fünf Jahre nach Beginn der Covid-19-Pandemie steht die Welt am Scheideweg. Die Pandemie hat alle Widersprüche des globalen Kapitalismus beschleunigt: die Zunahme sozialer Ungleichheit, die Verschärfung imperialistischer Spannungen, den Angriff auf demokratische Rechte und die Radikalisierung der Arbeiterklasse. Sie hat die marxistische Auffassung bestätigt, dass der Kapitalismus unvereinbar ist mit den grundlegendsten Bedingungen des menschlichen Lebens und sozialen Wohlergehens.

Die programmatische Antwort des IKVI auf die Pandemie – basierend auf der unabhängigen Mobilisierung der Arbeiterklasse durch Aktionskomitees, dem Kampf für eine globale Eliminierungsstrategie und dem Kampf für den Sozialismus – ist der einzig gangbare Weg nach vorne.

Wir rufen Arbeiter und Jugendliche auf der ganzen Welt auf, sich diesem Kampf anzuschließen. Die Pandemie hat bewiesen, dass der Kapitalismus mit den grundlegendsten Ansprüchen an öffentliche Gesundheit und menschliches Leben unvereinbar ist. Nur durch den Aufbau einer sozialistischen Massenbewegung der internationalen Arbeiterklasse kann die Menschheit die Covid-19-Pandemie beenden und zukünftige Katastrophen verhindern.

Schließt euch der Sozialistischen Gleichheitspartei an und kämpft für eine Welt ohne Krankheit, Ausbeutung und Krieg – eine sozialistische Welt, die nach menschlichen Bedürfnissen ausgerichtet ist und nicht auf privatem Profit basiert.