Während Drohnenangriffe Moskau treffen, bewilligen die USA Gefahrenzulage für Soldaten in der Ukraine

Am Sonntag wurde die Innenstadt von Moskau Ziel ukrainischer Drohnen, die das internationale Geschäftszentrum Moskau („Moskau City“) beschädigten.

Die Fassaden von zwei Bürogebäuden wurden beschädigt, und eine Person wurde verletzt. Das umliegende Gebiet wurde evakuiert, und die Flüge zum und vom Moskauer internationalen Flughafen Wnukowo wurden vorübergehend ausgesetzt.

Der jüngste Angriff zeigt, dass der Konflikt in der Ukraine nach dem Nato-Gipfel in Vilnius, auf dem die Nato ihre Vorbereitungen auf globale Kriege deutlich ausgeweitet wurden, weiterhin eskaliert.

Dieser Drohnenangriff war der dritte auf Moskau innerhalb des letzten Monats. Der erste ukrainische Drohnenangriff auf Moskau erfolgte im Mai und hatte den Sitz des russischen Präsidenten Wladimir Putin im Kreml zum Ziel.

Das ukrainische Militär übernahm zwar nicht offiziell die Verantwortung für die Angriffe vom Wochenende, allerdings prahlten Regierungsvertreter mit ihrer Fähigkeit, die russische Hauptstadt anzugreifen.

Das beschädigte Hochhaus im Geschäftsviertel „Moskau City“ nach einem gemeldeten Drohnenangriff auf Moskau am frühen Sonntagmorgen, den 30. Juli 2023 [AP Photo/Uncredited]

Jurii Ignat, Sprecher der ukrainischen Luftwaffe, erklärte: „Jetzt trifft der Krieg auch diejenigen, die sich bisher keine Gedanken [darüber] gemacht haben... Egal, wie sehr die russischen Behörden die Augen davor verschließen wollen, indem sie behaupten, sie hätten alles abgefangen... es ist etwas eingeschlagen.“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte in seiner Ansprache am Sonntagabend, eindeutig in Anspielung auf den Angriff auf Moskau: „Der Krieg kehrt allmählich nach Russland zurück“, wozu auch Angriffe auf „symbolische“ Zentren gehören. Er bezeichnete dies als „unvermeidlichen, natürlichen und absolut fairen Prozess“.

Die USA, die den Krieg finanzieren und leiten, behaupten in der Öffentlichkeit weiterhin, keine Angriffe auf russische Ziele zu unterstützen. Doch angesichts der Tatsache, dass die ukrainische Gegenoffensive keine nennenswerten Fortschritte macht, werden die ukrainischen Angriffe auf russische Ziele immer dreister.

Anfang Juli griff das ukrainische Militär die Kertsch-Brücke, die die Krim mit dem russischen Festland verbindet, mit zwei Kamikaze-Drohnenbooten an. Dabei wurden zwei Zivilisten getötet, ein junges Mädchen schwer verletzt und ein Teil der Brücke zerstört.

Bei einem weiteren Angriff attackierte das ukrainische Militär laut russischem Verteidigungsministerium die Halbinsel Krim mit 25 Drohnen, die jedoch nach Angaben der russischen Behörden alle abgefangen wurden.

Ukrainische Raketen schlugen bei einem weiteren Angriff in der russischen Hafenstadt Taganrog ein, die etwa 48 Kilometer hinter der russisch kontrollierten Grenze zur Ostukraine liegt. Neun Menschen mussten nach dem Angriff ins Krankenhaus.

Die New York Times schrieb, der Raketenangriff bedeute, dass „die Ukraine ihre Angriffe innerhalb Russlands verstärkt, während bei ihrer Gegenoffensive auf dem Schlachtfeld eine intensivere Phase beginnt“.

Während diese Angriffe erfolgen, haben die US-Medien in der letzten Woche behauptet, die im Juni begonnene ukrainische Gegenoffensive sei in ein neues Stadium eingetreten. Bisher war die Offensive eine blutige Katastrophe. Zigtausende ukrainische Soldaten wurden für unbedeutende Geländegewinne geopfert.

Berichte über den katastrophalen Verlauf der Offensive finden weiterhin ihren Weg in die US-amerikanische Presse. So gab die Times am Sonntag zu, dass „ukrainische Einheiten schwere Verluste erleiden“.

Die Times schilderte einen solchen katastrophalen Versuch, einen russischen Schützengraben einzunehmen:

„Die Gräben waren vermint“, sagte der Kommandant mit dem Codename Woskres, kurz für „Wiederauferstehung“: „Unsere Soldaten sprangen in die Gräben und sprengten sich in die Luft.“ Er erklärte, die russischen Truppen hätten sie beobachtet und die Minen per Fernsteuerung zur Explosion gebracht.

Diejenigen, denen es gelang, den Minen auszuweichen, wurden von mehreren russischen Kamikazedrohnen angegriffen. Er erklärte: „Es schien, als hätten sie für jeden Mann eine Drohne. Wenn wir gewusst hätten, dass die Russen so viel Material haben – es war ein Himmelfahrtskommando.“

Während das volle Ausmaß der Katastrophe deutlich wird, zu der sich die ukrainische Offensive entwickelt hat, geraten die USA zunehmend unter Druck, direkt einzugreifen.

Das Pentagon bewilligte im Juli eine Gefahrenzulage für amerikanische Soldaten, die in der Ukraine dienen, doch die bürgerlichen Medien berichteten nicht über diese düstere Entwicklung.

Gefahrenzulage wird normalerweise für Soldaten in aktiven Kämpfen wie etwa in den Kriegen in Vietnam, dem Irak und Afghanistan genehmigt.

Die Entscheidung wurde erst bekannt, nachdem ein Schreiben mit der Ankündigung in einer Facebook-Diskussionsgruppe veröffentlicht wurde.

In dem Schrieben des Büros des stellvertretenden Verteidigungsministers vom 13. Juli hieß es, US-Soldaten, die in der Ukraine stationiert sind, würden rückwirkend zum 24. April 2022 die Gefahrenzulage erhalten.

Ein US-Regierungsvertreter bestätigte später in einem Interview mit der Military Times die Echtheit des Schreibens.

Der Sprecher der US Air Force, Brigadegeneral Pat Ryder, gab im November bei einem offiziellen Pressebriefing zu, dass aktive Militärangehörige nicht nur in der Ukraine stationiert sind, sondern auch weit entfernt von der US-Botschaft in Kiew operieren.

Ryder erklärte: „Wir haben kleine Teams, die aus Botschaftspersonal bestehen und an mehreren Orten einige Lieferungen von Sicherheitsunterstützung inspizieren.“

Im April 2023 wurde eine Reihe von internen Mitteilungen des Pentagons veröffentlicht, welche die US-Militärpräsenz in der Ukraine quantifizierten. Darin hieß es, zu diesem Zeitpunkt seien 97 Nato-Spezialeinsatzkräfte in der Ukraine sowie 100 US-Mitarbeiter stationiert, darunter 71 Militärangehörige.

ABC News berichtete im April: „Das Team hat nicht nur bei der Aufsicht über das US-Kriegsgerät und die Versorgungsgüter geholfen, die an die Ukraine geliefert wurden, sondern auch ukrainische Militärplaner bei Operationen unterstützt, die hunderte, wenn nicht tausende von russischen Militärangehörigen das Leben gekostet haben.“

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