Laut einem Bericht der Washington Post vom 18. September wurden im Krieg gegen den Iran bisher mindestens 22 US-Soldaten getötet, vier mehr als die offiziell gemeldeten 18 Todesopfer.
Die Post berief sich auf sechs US-Regierungsvertreter, die laut Angaben der Zeitung mit den internen Daten zur Erfassung von Opfern vertraut sind. Fünf von ihnen bezifferten die militärischen Todesopfer gegenüber der Post auf 22 oder mehr, laut dem sechsten wurden seit Beginn des Kriegs am 28. Februar 23 Soldaten und drei Vertragsmitarbeiter getötet. Die Post schrieb, die Namen der Toten sowie Datum, Ort und Todesursache seien „weiterhin unklar“.
Das Pentagon weigert sich, die Fragen der Post zu den nicht erfassten Todesfällen zu beantworten.
Die Regierung verheimlicht, wie viele Amerikaner in dem illegalen Angriffskrieg, den sie gemeinsam mit Israel und unter offener Missachtung des Völkerrechts führt, schon ums Leben gekommen sind. Laut Al Jazeera wurden im US-israelischen Krieg im Iran bis zum 28. August mindestens 3.527 Menschen getötet; die Zahlen hat Al Jazeera auf der Grundlage von Angaben des iranischen Gesundheitsministeriums und anderer offizieller Stellen ermittelt.
Die Mehrheit der US-Bevölkerung lehnt den Krieg ab. Laut einer Umfrage von Reuters und Ipsos vom 11. bis 14. September, sieben Wochen vor der Zwischenwahl am 3. November, missbilligen 59 Prozent der Befragten die US-Militärschläge gegen den Iran.
US-Präsident Donald Trump erklärte am 4. September im Oval Office: „Ich nenne es einen militärischen Konflikt, weil es für uns eine Kleinigkeit ist. (...) Wir haben 18 Leute verloren.“
Angesichts des zunehmenden Debakels im Iran berät die Regierung über eine weitere Eskalation. Trump erklärte am Donnerstag gegenüber Axios, er stehe in Bezug auf den Iran vor einer „großen Entscheidung: Will ich dort einmarschieren und sie vernichten oder nicht?“
In der Woche bis zum 20. Juli strich das Pentagon die Namen von vier weiteren Soldaten, nur wenige Tage nach ihrem Tod, aus der öffentlichen Datenbank Defense Casualty Analysis System, womit es die offizielle Zahl der Toten von 18 auf 14 reduzierte. Später führte es die vier wieder in der Kategorie „Auslandseinsätze“ auf, eine Kategorie die für alle Personen geschaffen wurde, die ab dem 7. Juli getötet oder verwundet wurden.
Drei der vier getöteten Soldaten gehörten zur Luftabwehr der Armee und wurden in der Nacht vom 17. zum 18. Juli bei einem iranischen Angriff auf den Luftwaffenstützpunkt Muwaffaq Salti in Jordanien getötet. Es handelt sich um Isabella Gonzalez (19) aus Carrolton (Texas), Tyler Feehan (25) aus Ewa Beach (Hawaii) und Angel Rampersad (28) aus Ozone Park (New York).
Das Wall Street Journal berichtete am 20. Juli unter Berufung auf Vertreter der US-Regierung, iranische Streitkräfte hätten beim letzten von drei Raketenangriffen auf den Stützpunkt innerhalb von 24 Stunden die Fertighaus-Unterkünfte getroffen, in denen Soldaten schliefen.
Das vierte Todesopfer, Michael Swinton (30) aus Fayetteville (North Carolina) kam am 19. Juli auf dem Luftwaffenstützpunkt im irakischen Erbil ums Leben – laut dem US-Militär bei der „kontrollierten Sprengung“ einer abgeschossenen iranischen Drohne.
Am letzten Freitag waren in der Datenbank des Pentagon 832 im Einsatz verwundete US-Soldaten verzeichnet, 414 davon bei „Auslandseinsätzen“. Associated Press berichtete am 6. August, die meisten der Verwundeten hätten traumatische Hirnverletzungen erlitten.
Einem Bericht des Generalinspekteurs des Pentagon zufolge „beschädigten oder zerstörten“ iranische Angriffe „Hunderte von Gebäuden und anderen Anlagen auf US-Stützpunkten in Kuwait, Bahrain, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, dem Irak, Oman und Jordanien. (...) Dutzende von amerikanischen Flugzeugen und Drohnen wurden ebenfalls zerstört oder beschädigt.“
Das Wall Street Journal berichtete am 25. Juni unter Berufung auf Vertreter der US-Regierung, iranische Streitkräfte hätten mindestens 20 diplomatische und militärische Einrichtungen der USA im Nahen Osten mit Raketen und Drohnen getroffen. Das Journal schrieb dazu, die Schäden „haben die USA dazu veranlasst, ihre gesamte Präsenz in der Region neu zu bewerten“.
Das Journal wertete Satellitenbilder des Naval Support Activity Bahrain aus, dem Hauptquartier der 5. US-Flotte, das 240 Kilometer von der iranischen Küste entfernt liegt. Laut dem Journal hatten iranische Angriffe von Ende Februar bis Juni die Kommandozentrale, mindestens zwölf weitere Gebäude und zwei Satelliten-Kommunikationsterminals schwer beschädigt. Das Pentagon, so berichtete das Journal im Juni, hatte die Schäden nicht öffentlich eingeräumt.
Das Hauptquartier der 5. Flotte sei „nicht mehr nutzbar“, so das Journal unter Berufung auf einen US-Regierungsvertreter. Die Zeitung beziffert die heutigen Kosten für den Bau eines derartigen Gebäudes auf 200 Millionen Dollar, und die Kosten für den Wiederaufbau aller auf dem Stützpunkt beschädigten Gebäude auf etwa 400 Millionen Dollar. Die USA hätten den Großteil ihres Personals von dem Stützpunkt abgezogen und nur eine kleine Anzahl dort belassen, so der Bericht.
Laut dem Journal zerstörten iranische Streitkräfte außerdem Radarflugzeuge des Typs E-3 Sentry auf dem Luftwaffenstützpunkt Prince Sultan in Saudi-Arabien und verursachten „beträchtliche Schäden an Bauten“ auf den Luftwaffenstützpunkten Al Dhafra in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Ali Al Salem in Kuwait.
Unter Berufung auf US-Regierungsvertreter berichtete das Journal, das Militär erwäge eine Verringerung seiner Truppen in Saudi-Arabien und Kuwait sowie die Verlegung einiger Stützpunkte nach Westen, „außerhalb der Reichweite iranischer Raketen und Drohnen“, allerdings sei noch keine Entscheidung gefallen. Weiter hieß es: „Gebäude, die bei Angriffen beschädigt wurden, werden möglicherweise nicht wiederaufgebaut.“
Laut einer Schätzung der Washingtoner Denkfabrik Center for Strategic and International Studies (CSIS) vom 23. Juni hat der Krieg Schäden an US-Stützpunkten in Höhe von 4 bis 9,4 Milliarden Dollar verursacht sowie Kosten für verlorene und beschädigte Ausrüstung von 1,8 bis 3,5 Milliarden Dollar. Die Washington Post berichtete am Freitag, sie habe ein Dokument des US-Militärs eingesehen, laut dem der Krieg bis Anfang September etwa 43,6 Milliarden Dollar gekostet hat – die Schäden an Stützpunkten nicht mit eingerechnet.
Die Ereignisse vom Januar 2026 in Minneapolis haben die ganze Welt schockiert und deutlich gemacht, dass die Umwandlung der amerikanischen Demokratie in einen Militär- und Polizeistaat nicht länger nur eine theoretische Möglichkeit ist. Sie vollzieht sich vor unseren Augen.
Am 2. September berichtete die New York Times, iranische Truppen hätten am 28. Februar, dem ersten Tag des Kriegs, einen Logistikstützpunkt der Marine zerstört. Die übrigen Häfen der Region, die Versorgungsschiffe oder Flugzeugträger aufnehmen können, liegen laut Times in Reichweite iranischr Raketen und Drohnen, wodurch sie „nicht mehr zugänglich“ sind.
Versorgungsschiffe der US-Marine müssen jetzt die mehr als 3.500 Kilometer entfernte Insel Diego Garcia im Indischen Ozean oder das fast 6.000 Kilometer entfernte Singapur anfahren. Die Times schrieb, die Einsätze der beteiligten Kriegsschiffe seien zeitlich unbefristet, und „das ist auf Dauer nicht tragbar“.
Die Washington Post berichtete am 30. August, die Befehlshaber der Armee, der Marine und der Luftwaffe hätten Verteidigungsminister Pete Hegseth in einem geheimen Dokument vom 14. August gewarnt, eine Verlängerung des Kriegs im derzeitigen Umfang sei „nicht tragbar“. Weiter hieß es, Navy-Oberbefehlshaber Admiral Daryl Caudle habe Hegseth mitgeteilt, dass „kaum ein Viertel“ der Zerstörer einsatzbereit seien.
CNN berichtete am 4. August, fast 80 Prozent der THAAD-Abfangraketen des Militärs seien aufgebraucht worden.
Der Krieg gegen den Iran ist eine Front in einem eskalierenden globalen Krieg, in dem die Zahl der Toten viel größer sein wird als jene, die das Pentagon jetzt verheimlicht.
Die USA und ihre NATO-Verbündeten eskalieren ihren Krieg gegen Russland um die Ukraine. Wie das öffentlich-rechtliche US-Radio NPR am Freitag erklärte, gab Trump am Donnerstag bekannt, es gäbe Fortschritte bei den Verhandlungen über einen dauerhaften Stützpunkt der US Army in Polen. In den sozialen Medien schrieb er: „Das wird ein historischer Schritt für unser großartiges amerikanisch-polnisches Bündnis sein.“
Die Trump-Regierung bereitet sich zudem auf einen Krieg gegen die Atommacht China vor. Air Force Secretary Troy Meink gab am Montag bekannt, dass die USA jetzt Waffen in der Erdumlaufbahn stationiert haben.
Der chinesische Präsident Xi Jinping besucht am 24. September, zehn Tage nach Meinks Äußerungen, das Weiße Haus. Das Wall Street Journal schrieb in einem Leitartikel vom 15. September, das Timing von Meinks Ankündigung sei „möglicherweise kein Zufall“.
Am Mittwoch erteilten die Republikaner zusammen mit 58 Demokraten aus dem Repräsentantenhaus Trump neue Befugnisse in Handels- und Kriegsfragen, darunter die Befugnis, Waren aus China und Indien um bis zu 100 Prozent zu besteuern – beide beziehen russisches Öl. Der Gesetzentwurf, der auch die US-Sanktionen gegen die iranische Energie- und Rüstungsindustrie bis 2031 aufrechthält, wurde vom Senat am 7. August mit 86 zu 11 Stimmen verabschiedet, wobei 36 der 45 Demokraten mit „Ja“ stimmten. Trump unterzeichnete den Gesetzentwurf am letzten Freitag.
