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zurück zum Inhalt dieser Ausgabe Opel versucht Löhne zu kürzenDer Automobilkonzern Opel hat in der letzten Woche versucht, bei etwa 44.000 Beschäftigten Lohnkürzungen durchzusetzen, die für viele Arbeiter bis zu 10 DM in der Stunde betragen hätten. Dazu wurde eine Betriebsvereinbarung gekündigt, auf deren Grundlage übertarifliche Prämienzahlungen erfolgten. Der bisher von Opel gezahlte Lohn liegt ein Viertel über den Tariflöhnen. Die Kündigung wurde erst zurückgezogen, nachdem im Bochumer Werk am Dienstag und Mittwoch über 6000 Arbeiter die Arbeit niedergelegt und damit die Produktion des Astra mehrere Stunden gestoppt hatten. Die Lohnkürzung ist aber nicht vom Tisch, sondern nur vertagt. Nach einer vom Betriebsrat unterschriebenen Vereinbarung ist schon zum 31. März 1998 eine erneute Kündigung möglich. Wie Opel-Sprecher Berlinghoff mitteilte, ist der Konzern mit diesem Ergebnis zufrieden. Der Vorstand habe nun die "Absicht, bis Ende September zu einer für beide Seiten akzeptablen Standortsicherung zu kommen". Daß dabei für die Beschäftigten nichts Gutes herauskommen wird, wissen viele Opel-Arbeiter inzwischen aus jahrelanger Erfahrung. Der Betriebsrat hat in der Vergangenheit eine Betriebsvereinbarung nach der anderen unterschrieben und dabei eine Errungenschaft nach der anderen aufgegeben. Weder die Einführung von Wochenend- und Nachtarbeit noch die Organisation einer Hetzjagd auf kranke Arbeiter wurden dabei ausgeklammert. Dazu wurden sogar die Weihnachtsgeldzahlungen vom Krankenstand abhängig gemacht. Und die Vereinbarung zur Gruppenarbeit mit deren Kündigung der Betriebsratsvorsitzende Peter Jaszczyk jetzt gedroht hatte, wurde den Arbeitern bei ihrer Einführung von den Betriebsräten und der IG Metall sogar als großer Fortschritt in Richtung selbstbestimmter Arbeit verkauft. Für das Unternehmen ist Gruppenarbeit aber nur ein Mittel, damit die Beschäftigten sich gegenseitig unter Druck setzen. Mit dem Vorstoß letzte Woche hat das Unternehmen dem Betriebsrat demonstriert, was für einen Umfang die Angriffe in der nächsten Vereinbarung zur "Standortsicherung" haben sollen. Es gibt keinen Grund anzunehmen, daß der Betriebsrat nicht bereit ist, diesen Wünschen nachzukommen. Die in den letzten Jahren von General-Motors durchgeführte Globalisierungsoffensive hat jegliche Möglichkeit zerstört, dem Unternehmen ohne eine internationale Strategie entgegenzutreten. © neue Arbeiterpresse, Nr. 862, 10. Juli 1997
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